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Suchtberatungsstellen stark unterfinanziert

Die Suchtberatungsstelle in Wismar unterstützt den bundesweiten Aktionstag.

Ein bundesweiter Aktionstag weist auf fehlende Mittel und dramatische Auswirkungen hin.

An die 500 Menschen mit Suchtmittelproblemen erreicht und betreut die Beratungsstelle des Diakoniewerks im nördlichen Mecklenburg pro Jahr. Doch es könnten deutlich mehr sein. "Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt einen Suchtberater auf 10.000 Einwohner - hiervon sind wir weit entfernt", sagt Friedemann Ulrich, Geschäftsbereichsleiter Soziale Hilfen im Diakoniewerk. "Aktuell stehen uns in Wismar insgesamt nur drei Beraterinnen und eine halbe Stelle Verwaltung zur Verfügung." Hintergrund ist die chronische Unterfinanzierung des Angebotes: Angesichts klammer kommunaler Kassen stehen Suchtberatungen überall in Deutschland finanziell mit dem Rücken zur Wand. "Deshalb beteiligen wir uns am 4. November 2020 mit Nachdruck am bundesweiten Aktionstag, der auf die prekäre Situation der Suchtberatungsstellen hinweist", so Ulrich.

Ulrike Steinbrück arbeitet in der Sucht- und Drogenberatung in der Mecklenburger Straße 36a und erlebt die Auswirkungen der fehlenden Mittel tagtäglich in der Praxis. "Wir sind so ausgelastet, dass wir Termine nicht so rasch vergeben können wie das gut wäre. Dadurch kommt die Hilfe mitunter zu spät oder Klienten springen ab", so die Suchtberaterin. "Dorthin gehen, wo sich die Betroffenen aufhalten, ist aus Zeitgründen nicht möglich. Ganz zu schweigen davon, dass wir mit der aktuellen finanziellen Ausstattung keine digitalen Angebote machen können." Doch gerade die digitalen Zugangsmöglichkeiten wären in der Corona-Pandemie wichtig, denn die Situation der suchtkranken Menschen verschärft sich derzeit. "Die Betroffenen ziehen sich mehr und mehr zurück und gehen nicht mehr nach draußen", so Steinbrück. "Der Konsum und auch das Rückfallrisiko steigen, weil die soziale und professionelle Unterstützung fehlen und das Stressniveau allgemein hoch ist."

Die Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakoniewerks möchte mit Leistungsträgern und Politik im Gespräch bleiben, um die dramatische Situation deutlich zu verbessern. "Wir brauchen eine stabile, kostendeckende und verlässliche Finanzierung", so Friedemann Ulrich. "Dazu gehört, dass der geforderte Einsatz von Eigenmitteln deutlich reduziert wird und die entstehenden Kosten auch in vollem Umfang Anerkennung finden. Hier wird kein Cent verschenkt. Und: Das Geld für die Beratung ist gut angelegt. Es mindert Leid und spart hohe Folgekosten."

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VON BIS

Ansprechpartner: Lutz Regenberg

Telefon: 03881/785950

Mobil: 0171/2128047

lutz.regenberg@diakoniewerk-gvm.de

Ansprechpartner: Melina Ottensmeier

Telefon: 0451 4002 50164

Mobil: 0152 09092115

melina.ottensmeier@diakoniewerk-gvm.de